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Statt Entschuldigung, Schreiben vom Anwalt

Vor einer Woche erhielt ich einen Anruf meines Providers, der ein Schreiben des Anwalts eines gewissen Unternehmens welches gewisse modische Plastik Schlappen online vertreibt, erhalten hat. Ich nenne diese Firma bewusst nicht, um nicht noch weitere Schwierigkeiten zu bekommen. Da sie aber recht intensiv SEO an ihrer Internet-Präsenz betreibt, sollte sie nicht schwer über Google auszumachen sein.

In besagtem Schreiben wird ein Beitrag auf dem Freiluft Blog beanstandet, in dem ich, vor nicht all zu langer Zeit, die miserable Bestellabwicklung dieser Firma bemängelte. Da der Beitrag (vorerst) nicht mehr online ist, hier dir Kurzfassung, um den Kontext zu erläutern : Bestellung für ein Paar Schuhe am 5. Juli aufgegeben und gleich per Paypal bezahlt, nach 3 Wochen noch nichts angekommen, kostenpflichtige Service-Hotline angerufen, bla bla, nach weiteren 2 Wochen immer noch nichts, wieder reklamiert, Sendung soll schon raus sein, nix, wieder reklamiert, nix. Nach gut 2 Monaten habe ich dann storniert und wenige Tage später war das Geld wieder auf meinem Paypal Konto.

Tja, und nun erhalte ich als Dank für diesen miesen Kundenservice auch noch ein Schreiben vom Anwalt. Ich habe mich natürlich gleich telefonisch beim Anwalt erkundigt was das soll und was seine Mandantin nun von mir verlangen würde. Der freundliche Herr meinte ich würde rufschädigende und wettbewerbswidrige Äußerungen auf meinem Blog verbreiten : rufschädigend da ich wertende Formulierungen in besagtem Beitrag verwende (also nicht objektiv genug bin), wettbewerbswidrig da ich unter anderem Werbebanner eines direkten Konkurrenten einblende (obwohl dies nicht unmittelbar im Content des Beitrags geschiet). Letzteres kann ich ja zum Teil noch verstehen, aber wenn ich meine freie Meinung zu einem miesen Service abgebe und dann gleich mit rechtlichen Drohungen abgewürgt werde, dann finde ich das unter aller S##.

Auf meine Frage hin, weshalb man denn gleich den Provider angeschrieben habe, meinte der Anwalt, so würde dieser mithaftbar gemacht werden, was angeblich den Vorteil (für mich) hätte, dass dessen Rechtsabteilung für die Klärung sorgen müsse. Für mich ist das aber nur ein billiger Trick um sicher zu stellen, dass negative Kritik gleich im Keim erstickt und vom Netz genommen wird. Denn jeder Provider wird bei einer rechtlichen Beschwerde dafür sorgen, dass sein Kunde schnellst möglich Wege zur Behebung des Problems einleitet, zur Not wird ansonsten halt einfach der Stecker gezogen. So bin ich als Blogger nun gezwungen erst mal den betreffenden Beitrag aus dem Blog zu entfernen.

Ich habe mich nun mit dem Anwalt geeinigt den Beitrag nochmal zu überarbeiten und ihm den Text, vor Wiedereinstellung, zur Begutachtung zukommen zu lassen, was ich gleich am Tag darauf getan habe. Das war vor einer Woche. Bisher habe ich noch keine Antwort erhalten.

Wie würde ein bekannter Luxemburger Journalist sagen : „Affaire à suivre …“