Archiv für Web-Engineering

Erfahrung mit der xt:Commerce Shop Software

Mufflon ist ein relativ junger Hersteller für Outdoorbekleidung aus reiner Schurwolle und Merinowolle. Ein Freund von mir wollte nun einen eigenen Online Shop, der exklusiv die Produkte von Mufflon vertreibt, unter Mufflon.lu starten und hat mich um Hilfe gebeten. Da ich bisher noch keinen Shop selbst implementiert habe, habe ich etwas recherchiert und bin bei xt:Commerce fündig geworden da mir das Preis-Leistungs-Verhältnis am interessantesten erschien. Nachfolgend möchte ich meine ersten Erfahrungen mit dieser Shop Software etwas erläutern.


Die aktuelle Version 4.0 von xt:Commerce bringt gleich einige nützliche Features mit, wie Suchmaschinenfreundliche URL’s, übersichtlicheres und Windows-ähnliches Backend, zahlreiche Erweiterungen können mit einem Klick installiert werden, oder Multilingualität. Die verschiedenen Versionen unterscheiden sich lediglich in der Anzahl maximal verwendbarer Produkte und der Anzahl der Mandanten. Für den Mufflon Shop reichte VEYTON – Basic völlig aus.

Templatesystem

Das Templatesystem basiert auf Smarty, einem System mit dem ich mich bereits bestens auskenne. Die Templatestruktur ist aufgeräumt, so dass man sich recht schnell zurecht findet um das Design des Shops auf die individuellen Wünsche des Kunden anzupassen. Buttons werden zudem automatisch erzeugt, so dass man nicht sämtliche Buttons von Hand gestalten muss. Das Design des Shops konnte demnach rasch umgesetzt und angepasst werden.

Mufflon.lu

Pluginsystem

Plugins können quasi mit einem Klick installiert werden, ohne dass man umständlich Templates anpassen muss. Einige nützliche Plugins werden bereits mit xt:Commerce mitgeliefert, andere müssen meist für mehr oder weniger teures Geld erstanden werden. Gute kostenlosen Erweiterungen sind leider recht selten.

Weniger überzeugend ist allerdings die Anleitung zum Erstellen eigener Plugins, diese ist nämlich nahezu nicht vorhanden. Da die wichtigsten PHP Dateien bei bestehenden Plugins durch IonCube Loader verschlüsselt sind, ist es recht schwierig einen Einblick in die Funktionsweise von xt:Commerce Erweiterungen zu bekommen. Das Handbuch ist im Allgemeinen eher ein schlechter Witz. Abhilfe soll hier das bald erhältliche xt:Commerce VEYTON 4 Buch (rund 700 Seiten) für knapp 40 Euro schaffen. Eigentlich schade, dass man für ein (hoffentlich) ordentliches Handbuch Aufpreis zahlen muss.

Funktionen

Der Funktionsumfang ist angesichts des Preises sehr komplett. Die komplette Liste der Funktionen gibt es auf der Webseite von xt:Commerce, weshalb ich hier nicht weiter auf diese eingehe. Auf eine für den Mufflon Shop wichtige Funktion möchte ich allerdings etwas näher eingehen, da diese für Shops im Textil-Bereich sehr interessant ist : das Master-Slave System.

Bei Kleidungsstücken hat man für ein bestimmtes Modell oftmals mehrere Attribute wie z.B. Größe und Farbe. Diese kann man mit dem Master-Slave System (ein Plugin welches gleich mit der Shop Software ausgeliefert wird) verwalten. Man legt den Master-Artikel an, und erstellt dann für jede Kombination weitere Slave-Artikel. Das können aber schon mal ganz schön viele Artikel werden, wie ich beim Mufflon Shop feststellen musste : ca. 50 Produkte x 6 Größen (SX bis XXL) x 10 Farben = 3.000 Artikel. Ein riesiger Aufwand wenn man bedenkt, dass man jeden Slave-Artikel einzeln erfassen muss.
Wenn man auf die Lagerverwaltung der einzelnen Produkte verzichten kann (für jeden Slave-Artikel kann man nämlich den Bestand einzeln verwalten), bietet das kostenpflichtige Options- und Freitextmodul eine einfache und saubere Alternative. Man braucht also nur noch die Master-Artikel zu erstellen und wählt die alle zutreffenden Attribute aus.

Support

Der Support der xt:Commerce GmbH ist leider nur befriedigend. Über die Support Seite erhält man meist recht schnell eine Antwort bei Problemen. Im Support Forum sieht das leider schon anders aus. Hier hat man manchmal das Gefühl Selbstgespräche zu führen.

Was mich besonders verärgert hat, war das Ankündigen der französischen Sprachversion. Diese war eine Voraussetzung für meine Entscheidung xt:Commerce als Shop Software einzusetzen. Vor dem Kauf wurde mir mitgeteilt, dass das französische Sprachpaket mit dem Erscheinen der 4.0.12 Version von VEYTON verfügbar sein würde. Leider war dies nicht der Fall und ich wurde über Wochen hinweg immer wieder vertröstet. Mittlerweile ist nach gut einem Monat ein erstes Sprachpaket erschienen, welches aber eher einer nicht kompletten Beta Version ähnelt. Auch einen Monat nachdem dieses zur Verfügung gestellt wurde, ist leider noch nichts weiter passiert.

Fazit

Die xt:Commerce Software bietet für verhältnismäßig wenig Geld viele Features um einen einfachen Online Shop zu betreiben. Wer die Standard Version allerdings etwas individualisieren möchte, muss schon deutlich mehr Geld investieren oder selbst recht fit in PHP Programmierung sein. Auf ein vernünftiges Handbuch muss man dabei leider verzichten, oder nochmal 40 Euro in das bald erscheinende xt:Commerce VEYTON 4 Buch stecken.

Server am Limit?

Mein gut 2 Jahre alter Server von Hetzner scheint seit einiger Zeit schon auf der Felge zu drehen. Mittlerweile liegt die Server Last konstant zwischen 1 und 5, zu Stoßzeiten sogar deutlich drüber. Die Benutzer des Arachnophilia Forums bekommen den Leistungseinbruch an betriebsamen Tagen auch schon deutlich zu spüren, und beschweren sich.

Ich habe einige Performance Einstellungen vorgenommen, die allerdings keine sonderliche Verbesserungen brachten. Sowohl am MySQL Server habe ich einige Feintuning Maßnahmen vorgenommen, als auch eAccelerator für PHP installiert. Ebenso habe ich direkt an der vBulletin Software einige Einstellungen vorgenommen, welche die Leistung verbessern sollen. Aber auch das brachte keine Besserung. Vielleicht ist der Server aber auch wirklich am Limit angekommen. Hierzu einige Daten:

Server

  • Root Server DS 3000 von Hetzner
  • AMD Athlon 64 3700+
  • 2 GB RAM
  • 2x 160 GB SATA HDD im Hardware RAID 1 Verbund
  • Debian Etch
  • Plesk 8.6 Control Panel

Traffic

  • 22 aktive Domains
  • Geschätzte 120.000 Unique Visits bei weit über 1 Million Seitenaufrufe monatlich
  • Knapp 200 GB Traffic im Monat
  • Ca. 90 Datenbankanfragen pro Sekunde

Ist da schon das Limit erreicht bei diesem Server? Sicherlich nimmt das Plesk Control Panel einiges an Ressourcen in Anspruch, allerdings würde ich auch nicht mehr auf dessen Annehmlichkeiten verzichten möchten. Vielleicht ist es wirklich Zeit auf einen neuen, leistungsfähigeren Server umzuziehen. Oder übersehe ich einen Ressourcen-Fresser?

vBulletin 3.8 und vBSEO 3.2.0

Nachdem ich gestern die Foren Software vBulletin auf Arachnophilia.de auf die neue Version 3.8 aktualisiert hatte, musste ich feststellen, dass einige Funktionen nicht mehr wie gewohnt funktionierten. So wurden in Themen angehängte Bilder nicht mehr angezeigt, oder Profil Nachrichten nicht richtig gespeichert. Wie es aussah, waren vor allem Ajax Funktionen betroffen.

Mein Verdacht fiel eigentlich recht schnell auf das vBSEO Plugin, da es ein Plugin ist, das recht massiv in die Funktionen von vBulletin eingreift. Nach kurzer Suche im Support Forum fand ich dann auch ein Patch für vBSEO:

As vBulletin Team member Mike Sullivan indicated in the announcement, there is a known incompatibility with vBSEO 3.2 and vBulletin 3.8 / 3.7.5.

It’s a really simple fix, but it breaks basic functionality throughout the platform, that’s why everyone must apply the patch (simply replace vbseo.php from the download location) or do the file edit (for those with coding experience only) described here while upgrading to vB 3.8 or 3.7.5.

Nachdem ich also die besagte Datei mit dem Patch ersetzt hatte, lief auch schon alles wieder wie es sollte. Schade eigentlich, dass man als zahlender Kunde nicht von vBSEO per Email auf diesen Patch hingewiesen wird. Andere Webmaster suchen vielleicht länger nach der Ursache des Problems, ehe sie auf vBSEO als Verursacher kommen.

Server Hardware Upgrade bei Hetzner

Mein 2 Jahre alter Root Server (DS 3000) bei Hetzner fängt langsam an etwas rum zu schwächeln. Kein Wunder, seit Anfang 2007 hat das Traffic-Aufkommen sich mehr als verdreifacht.

RAM

Eine einfache und schnelle Methode einem Server etwas mehr Luft zum Atmen zu geben, ist das Aufstocken des Arbeitsspeichers. Eigentlich hatte ich ja keine grosse Hoffnung, dass mein Hosting Provider dies ohne Weiteres anbieten würde, doch meine gestrige Support Anfrage bei Hetzner wurde recht schnell positiv beantwortet. Für 21 Euro wird der Speicher um 1 GB auf insgesamt 2 GB aufgerüstet (mehr ist bei dieser Server Hardware leider nicht möglich).

Heute Morgen um 6:45 wurde das Upgrade dann vorgenommen. Die Ausfallzeit war mit ca. 6 Minuten recht kurz. Das Hetzner eigene Server Monitoring Tool funktionierte übrigens einwandfrei, und meldete per E-mail den Ausfall, als auch die erneute Verfügbarkeit des Servers.

Die Erfahrung bestätigt wieder mal mein Vertrauen in Hetzner als Hosting Provider. Der Service ist einfach hervorragend, genau so wie die Leistung. Wenn mein Server mal nicht verfügbar war, dann war es jedes Mal mein eigenes Verschulden.

(Foto: atomix / photocase.com)

Warum man ein neues Forum auch als normaler User testen sollte

Wenn man ein neues Forum startet, registriert man sich als Betreiber meist mit einem Administrator Konto im Forum, da man ja schließlich alle Einstellungen vornehmen muss. Genau das habe ich auch beim Netbook Forum gemacht.

Da die Vergabe von Zugriffsrechten für die verschiedenen Foren unter phpBB recht unübersichtlich ist, habe ich kurzerhand übersehen, dass der einfache, registrierte Benutzer keine Schreib-Rechte in den Foren hatte. So dümpelte das neu gestartete Netbook Forum dann erstmal über einen Monat vor sich hin, und ich wunderte mich, dass von den wenigen neu registrierten Benutzern noch keiner sich an einer Diskussion beteiligt hatte. D’oh! Ganz schön dumm. Mittlerweile ist der Fehler behoben, und es gibt auch schon einigen Erfahrungsaustausch.

Dumm ist auch, wenn Benutzer auf einmal Foren sehen, die sie eigentlich nicht sehen sollen, wie z.B. ein internes Moderatoren-Forum. Deshalb erstelle ich mir nun immer ein zweites Benuzterkonto, welches lediglich über die Standard-Benutzerrechte verfügt, um die verschiedenen Funktionen zu testen. Damit sollten solche Überraschungen ausbleiben.